Geschichte - SOMA Niederösterreich
Beauftragung durch die Politik
Im September 2003 - längst war deutlich, dass Menschen mit wenig Ausbildung und sonstigen Belastungen keine guten Chancen am Arbeitsmarkt hatten - luden LHStvin. Liese Prokop und AMS –Geschäftsführer Mag. Karl Fakler den Geschäftsführer der Emmausgemeinschaft St. Pölten, Mag. Karl Rottenschlager ein, etwas Neues für diese Zielgruppe, Arbeitssuchende, die längere Zeit nicht in Beschäftigung und mit Handicaps belastet sind, zu entwickeln.
Zukunftsorientierte Grundsätze
In mehreren Besprechungen der Geschäftsführung kristallisierten sich konkrete Ansatzpunkte heraus und der damalige Obmann, DI Dr. Walter Feninger, wurde mit der Erarbeitung des Projektes beauftragt.
Schwerpunkte waren Ökologie, Nachhaltigkeit, Menschenwürde, Kompatibilität mit der Wirtschaft; enge Zusammenarbeit mit möglichst vielen gesellschaftlichen Kräften und vor allem soziale Verträglichkeit.
Ein langjähriges Projekt der Emmausgemeinschaft namens Brotabholdienst hatte den Fokus auf Lebensmittel und ihre optimale Nutzung gelegt. Eine Marktanalyse zeigte uns, wie viele Lebensmittel trotz voller Genießbarkeit „entsorgt“ wurden.
Entscheidung für Modell SOMA
Nach dem Studium der damals schon bestehenden Modelle Tafel (Wien und Deutschland), Tischlein Deck Dich und SOMA entschieden wir uns für das Modell SOMA.
Am 8. September 2004 „erblickte" SAM NÖ: Sozialer Arbeitsmarkt Niederösterreich BeschäftigungsGmbH (© Liese Prokop) „das Licht der Welt“: Diese Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung – Spenden an sie sind von der Steuer absetzbar – ist der Träger von mittlerweile 9 SOMA Sozialmärkten in NÖ. Mehrheitsgesellschafter ist die Emmausgemeinschaft St. Pölten.
Am 15. November 2004 – dem Tag des NÖ Landespatrons Leopold – begann der 1. NÖ SOMA in St. Pölten mit dem Verkauf.
Offenes Projekt
SOMA startete als offenes Projekt: Marktleiterin und Geschäftsführer betreuten 5 MitarbeiterInnen. AMS und Land finanzierten die Lohnkosten; die MitarbeiterInnen konnten bis Ende 2006 sogar bis zu 2 Jahren (inzwischen beträgt die Verweildauer 1 Jahr) im Projekt bleiben und dann erst vermittelt werden. Von Anfang an unterstützten viele Ehrenamtliche die Arbeit, vor allem auch bei der Warenbesorgung.
Aus den Erfahrungen bis Anfang 2006 wurde das SOMA-Modell Niederösterreich entwickelt, das inzwischen bereits in 10 NÖ SOMA ´s (St.Pölten, Ternitz, Mödling, Tulln, Stockerau, Amstetten, Waldviertel, Krems, Schwechat und Wr. Neustadt) verwirklicht wurde: ein Lebensmittelgeschäft als Sozioökonomischer Betrieb mit Schlüssel- und Transitkräften. Etwa 100 Personen finden derzeit bereits in ganz NÖ Beschäftigung!
Die NÖ Landespolitik formulierte als Ziel, in allen Bezirken Niederösterreichs mindestens 1 SOMA zu installieren.
Warum SOMA
SOMA findet aus 4 guten Gründen fast uneingeschränkte Zustimmung in der Gesellschaft:
1. Durch unsere Arbeit bewahren wir wertvolle Nahrungsmittel vor der Vernichtung;
2. wir unterstützen damit Menschen mit geringem Einkommen:
3. wir ermöglichen Beschäftigung für Arbeitssuchende;
4. wir bieten Orte der Begegnung und des Austausches an.
Breite Unterstützung und Zustimmung
Es ist faszinierend, wo überall Zustimmung und Unterstützung herkommt: Das Spar-Zentrallager in St. Pölten gibt von Anfang an Ware ab; ein Bauer aus dem Großraum St. Pölten überlässt uns von Anfang Kartoffeln und Zwiebeln; der Unimarkt schenkt uns die Erstausstattung unseres Verkaufslokals, Möbel Leiner die erste Küche, Kabelsignal den Internetanschluss, Gourmet 1.250 Fertigmenüs und….
Zukunft
Das Wachstum – im Jahr 2010 ist die SOMA-Familie auf 9 Standorte in NÖ angewachsen; Warenaufbringung, Qualitätsmanagement und Outplacement (Vermittlung der Transitkräfte) müssen weiterentwickelt werden.
SAM NÖ ist auch Mitinitiator und Katalysator für die Gründung des Dachverbandes SOMA Österreich & Partner.
Im Abfallwirtschaftsplan 2011 – 2016 der Republik Österreich wird für den Umgang mit noch verzehrtauglichen Lebensmitteln die Weitergabe an SOMA ausdrücklich empfohlen!
Auch wenn wir noch immer von einer Gesellschaft träumen, in der kein SOMA notwendig ist, wird es uns leider noch lange geben (müssen)!
Kurzer Rückblick in Jahreszahlen:
März, 2010
Eröffnung SOMA Klosterneuburg
September, 2009
Eröffnung SOMA Waldviertel Mobil
September, 2009
Eröffnung SOMA Amstetten
Juni, 2009
Eröffnung SOMA Waidhofen an der Ybbs
April, 2009
Eröffnung SOMA Mödling
April, 2008
Eröffnung SOMA Stockerau
Juli, 2008
Eröffnung SOMA Tulln
November, 2007
Eröffnung SOMA Ternitz
Oktober, 2007
Gründung von SOMA Österreich & Partner
Juli, 2007
Erste Lieferung der Wiener Gärten – der SOMA St. Pölten kann zukünftig seinen KundInnen einmal wöchentlich frisches Obst und Gemüse garantieren
März, 2007
Erstes Treffen aller österreichischen Sozialmärkte und der Wiener Tafel in St. Pölten.
Oktober, 2006
Das bisher gewerbliche Projekt SOMA St. Pölten wird in ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt übergeführt.
September, 2006
Der VP Nationalrat Dr. Alfred Brader übergibt dem SOMA St. Pölten 2 Tonnen Mehl, in fünf Kilo Säcken abgepackt.
Landwirtschaftsminister Josef Pröll besucht den SOMA. Beeindruckt von der Idee und deren Umsetzung versichert er, die Lebensmittelindustrie zu motivieren, verzehrtaugliche Ware – anstatt der Vernichtung zuzuführen – den Sozialmärkten kostenlos zur Verfügung zu stellen.
August, 2006
Eine Kremser Delegation besucht den St. Pöltener SOMA um sich über die Strukturen des Sozialmarktes zu informieren und den Geschäftsalltag in St. Pölten zu erleben. Die Eröffnung des Kremser SOMA ist für Jänner 2007 geplant.
Juni, 2006
SchülerInnen der Caritas Lehranstalt für Sozialberufe übergeben mehr als ½ Tonne Lebensmittel im Wert von 640,-- Euro an den SOMA St. Pölten. Mit Spenden aus ihrem Bekanntenkreis und den Einnahmen eines Buffets konnten die SchülerInnen die dringend benötigten Grundnahrungsmittel kaufen.
Mai, 2006
Eine allein erziehende Mutter bekommt den 1000.sten Einkaufspass. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler übergibt im Namen der Stadt der Marktleiterin ein Paket SOMA Euros.
Durch die Zusage vom Land Niederösterreich und dem AMS, 6 weitere Sozialmärkte in Niederösterreich nach dem Modell St. Pölten zu fördern, werden zusätzlich 42 Arbeitsplätze geschaffen.
April, 2006
Das Gymnasium der englischen Fräulein in St. Pölten veranstaltet ein Konzert zugunsten des Sozialmarktes. Einen Teil dieser Spende verwendet der SOMA für die Ausbildung eines Geschwisterpaares, das in sehr jungen Jahren von den Eltern verlassen wurde.
November, 2005
SOMA St. Pölten feiert sein 1-jähriges Bestehen. Rund 130 Tonnen hochwertiger Nahrungsmittel konnten vor der Vernichtung bewahrt werden und 848 Einkaufspässe wurden bereits ausgestellt. SOMA beschäftigt 8 hauptamtliche und 25 ehrenamtliche MitarbeiterInnen.
Juli, 2005
Besuch der Innenministerin Liese Prokop im St. Pöltner SOMA mit Ehrung der 30 ehrenamtlichen HelferInnen.
Mai, 2005
Dr. Alois Ecker von der Fa. Kabelsignal AG stellt der Internetstation im Soma-Cafe einen Computer zur Verfügung.
März, 2005
Der Besuch der gesamten Belegschaft des St. Pöltner Sozialamtes im SOMA ist der Beginn einer engen Kooperation. Kein Retourgeld bei den SOMA-Euros und das strikte Alkoholverbot machen den SOMA-Euro-Gutschein attraktiv, überdies verleiht er die Gewissheit einer sinnvollen Verwendung.
Februar, 2005
Nach einer 3-monatigen Probephase wird der SOMA St. Pölten mit zahlreichen Vertretern und Vertreterinnen aus der Politik eröffnet. „Ein Projekt, das gegen den Strom schwimmt, mit einfachen Kosten und doppeltem Nutzen“ (AMS NÖ Vize Karl Fakler). Einkommensschwache Personen können zu günstigen Preisen einkaufen und gleichzeitig werden Arbeitsplätze geschaffen.
Jänner, 2005
SOMA-Cafe Opening: täglich wird ein Mittagsmenü für 1 Euro angeboten. Außerdem können Kaffee, Tee und diverse Mehlspeisen günstig verzehrt werden.
Mit dem neuen Kleintransporter, gespendet von Dr. Brader und der Firma Leiner Krems, rollen die Lebensmittel jetzt noch schneller in den SOMA St. Pölten.
November, 2004
Am 15. November öffnet der erste SOMA in Niederösterreich seine Pforten. Ab sofort wird Menschen mit geringem Einkommen die Chance gegeben, sich Produkte für das tägliche Leben zu günstigen Preisen zu kaufen.
Als Beschäftigungsprojekt bietet der SOMA St. Pölten 6 Personen einen Arbeitsplatz.
September, 2004
Die gemeinnützige GmbH SAM NÖ (Sozialer Arbeitsmarkt Beschäftigungs GmbH) wird gegründet um einerseits Beschäftigung zu schaffen und andererseits als Trägerorganisation für den niederösterreichischen Sozialmarkt zu fungieren.

